Im Baskenland: Gernika (Guernica) 1937 – heute

Studienreise: Auf den Pfaden der Freiheit

Diese Reise richtet sich an historisch-politisch interessierte Menschen, die immer schon mal wissen wollten, warum Picasso sein berühmtes Antikriegsgemälde „Guernica“ nannte, und wie Menschen im Baskenland mit dem Spanischen Bürgerkrieg und seinen bis heute andauernden Folgen umgehen. Ein besonderer Aspekt wird die Teilnahme an den Gedenkfeiern in Gernika am 26. April sein, jener Stadt, die die Legion Condor zerstörte und deren Name Picasso international bekannt machte.

Die Reise verbindet das Gedenken in Gernika mit Wanderungen auf den Pfaden der Freiheit durch die baskische Zeitgeschichte. Sie folgt den Spuren der Gudaris – so nannten sich die antifaschistischen baskischen Milizionäre im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) – und jenen BaskInnen, die Verfolgte aus dem Deutsch besetzten Europa während des Zweiten Weltkriegs über die spanisch-französische Grenze in Sicherheit brachten. Auf der Route treffen wir Menschen, die jene Vergangenheit für die Gegenwart bewahren, sowie andere, die vor nicht zu langer Zeit selbst aus politischen Gründen flüchten mussten.

Der Austausch mit Bask:innen und historische Stadtführungen, u.a. in Bilbo (Bilbao)* und Gernika (Guernica), Donostia (San Sebastián) und Iruñea (Pamplona) stehen im Mittelpunkt. Nach unseren Touren durch Städte, auf Schmuggler- und Fluchtrouten laben wir uns am baskischen Essen und Wein, um die Energiereserven neu aufzufüllen.

(*) Für baskische Begriffe benutzen wir die baskische Schreibweise und geben die spanische Bezeichnung in Klammern an.

Übersicht

Baskenland

NEU: 10 Tage

Termine 2026

24. April – 3. Mai 2026

inklusive Teilnahme am Gedenktag (26.4.)

Im kleinen Kreis

5 – 8 Teilnehmer:innen

1750,- €

pro Person im DZ

Reise

mit Gesprächen, Stadtführungen und mehreren Wanderungen von jeweils 8 km Länge, Kneipen- und Restaurantbesuche, Teilnahme an den Gedenkfeierlichkeiten in Gernika

Übernachtung in drei verschiedenen Hotels oder Pensionen: 3 Nächte in Bilbo, 3 Nächte in der Umgebung von Donostia (San Sebastián), 3 Nächte in der Nähe von Iruñea (Pamplona)

Im Preis enthalten

Deutschsprachiger Reise(beg)leiter

Wir holen Sie am Flughafen ab und bringen Sie auch wieder hin

Transporte im Reiseland während der Reise

9 Nächte in Hotel oder Pension, DZ mit Bad

9 Mal Frühstück

2 gemeinsame Abendessen

Alle Eintrittsgebühren, Kosten für Führungen

Buch, Dr. Ingo Niebel: Das Baskenland – Geschichte und Gegenwart eines politischen Konflikts

Nicht enthalten

Einzelzimmer: + 290,- €

Flug (ca. 250 – 350 €): wir buchen gerne für Sie

Buchen Sie per E-Mail oder rufen Sie uns an:

info@partizantravel.de

+49 (0)9451 5643775

Reiseleiter

Dr. Ingo Niebel

Die Reise(beg)leitung liegt bei Dr. Ingo Niebel. Der Historiker und Journalist ist ein profunder Kenner des Baskenlands.

Sein Buch „Das Baskenland – Geschichte und Gegenwart eines politischen Konflikts“ ist 2014 in zweiter Auflage erschienen und bietet einen guten Einstieg in die Thematik. Ein Exemplar des Buches ist im Reisepreis enthalten und wird Ihnen vor Reisebeginn zur Verfügung gestellt.

Reisebeschreibung

Wir schicken Ihnen auch gerne einen Prospekt per Post oder ein PDF per E-Mail.

1. Tag: Bilbo (Bilbao)

Ongi etorri Bilbora! Herzlich Willkommen in Bilb(a)o! Der Reiseleiter holt die Teilnehmer:innen am Flughafen Bilbao ab und fährt sie zum Hotel. Abhängig von der Ankunftszeit erkunden wir die Hafenmetropole und gehen gemeinsam essen.

2. Tag: Bilbo

Nach dem Frühstück wandern wir an einem Teil des Befestigungsringes von Bilbao entlang.

Während des Bürgerkriegs sollte eine aufwändig angelegte Verteidigungsanlage die strategisch wichtige Stadt mit ihrem Hafen und der Schwerindustrie vor den heranrückenden Faschisten des Putschistengenerals Francisco Franco schützen. Den Nachmittag verbringen wir in Bilbo.

3. Tag: Gernika (26. April)

Den Tag werden wir in Gernika verbringen. Vor Ort erklärt uns der Reiseleiter, wie und warum die deutsche Legion Condor den Ort 1937 zerstörte. Vormittags nehmen wir an der Verleihung des Gernika-Friedenspreises teil. Nachmittags erleben wir die Gedenkminute im Stadtzentrum und die offizielle Trauerfeier auf dem städtischen Friedhof. Den Abschluss des Tages bildet am Abend die Teilnahme am Schweigemarsch durch die Stadt.

4. Tag: Vitoria-Gasteiz

Heute reisen wir in die Nachbarprovinz Gipuzkoa. Ein Abstecher führt uns zuvor gen Süden in die Hauptstadt der Autonomen Baskischen Gemeinschaft, Vitoria-Gasteiz. Dort erkunden wir, wie an das Massaker erinnert wird, das die Franco-Polizei wenige Monate nach Francos Tod an streikenden Arbeitern beging. Anschließend geht es gen Norden an die baskische Küste.

5. Tag: Elgeta

Nach dem Frühstück fahren wir in die Berge nach Elgeta. Dort wandern wir auf den Pfaden der baskischen Verteidiger, denen es im Oktober 1936 gelang, den Vormarsch der faschistischen Putschisten zu stoppen. Dabei halfen ihnen eine unerwartete Waffenlieferung und die baskische Geographie. Die Bedeutung von Elgeta erfahren wir im Gespräch mit historisch-politisch Aktiven vor Ort.

6. Tag: Usurbil & Donostia (San Sebastián)

Am Folgetag schauen wir uns die ehemaligen Verteidigungsanlagen um Usurbil an. Sie wurden erst vor zwei Jahren freigelegt. Das geschah mittels einer ganz speziellen Eigenschaft der baskischen Gesellschaft, dem Auzolan. Das deutsche „Nachbarschaftshilfe“ umschreibt den Charakter dieser gemeinschaftlichen Arbeit nur unzureichend.

Am Nachmittag schlendern wir durch Donostia zwischen den Spuren des Bürgerkriegs, seines Verlaufs und dem Gedenken an seine Opfer, sowie den lokalen Köstlichkeiten, den Pintxos, die keine Tapas sind.

7. Tag: Fluchtrouten

Und schon wieder heißt es Koffer packen: Wir machen rüber vom Süden in den Norden des Baskenlandes, das heißt, wir überqueren die spanisch-französische Grenze. Dort gehen wir ca. 8 km (anstelle der kompletten 20 km) auf einer Fluchtroute, auf der die Geheimorganisation Comet Line, alliierte Piloten, politisch und religiös verfolgte Menschen vor den Nazis nach Franco-Spanien schleuste.

Anschließend fahren wir auf der Strecke, die 1940 die Wehrmacht auf ihrem Weg nach Gibraltar benutzen wollte, nach Iruñea (Pamplona). Unser Hotel liegt in einem Vorort der Hauptstadt von Nafarroa (Navarra).

8. Tag: Iruñea (Pamplona)

Den Tag werden wir in Iruñea (Pamplona) verbringen. In der Hauptstadt der heutigen Foralen Gemeinschaft von Nafarroa (Navarra) saß einst der Kopf des faschistischen Putsches von 1936, General Emilio Mola. Lange ruhte er in einem Mausoleum. An dem Umgang mit dem historisch belasteten Gebäude scheiden sich heute die Geister: Man streitet über Abriss oder Umbau zum Dokumentationszentrum.

9. Tag: der Kampf um das Gedenken

Falls möglich besuchen wir das Festungsgefängnis Ezkaba, das vor den Toren der Stadt auf einem Hügel liegt.

Der Franquismus machte die Festung zu einem Gefängnis. 800 politischen Gefangenen gelang 1938 die Flucht. Fast alle wurden wieder eingefangen, über 200 erschossen. Lange war ihr Schicksal vergessen. Zwar hat der spanische Staat die Möglichkeit eingeräumt, in Ezkaba eine Gedenkstätte einzurichten, aber über den Zutritt wacht immer noch das spanische Militär. Abhängig von der Wetterlage besuchen wir den angrenzenden „Friedhof der Flaschen“, auf dem einige Opfer beerdigt wurden.

Anschließend fahren wir in den Süden Navarras. Sartaguda erlangte als das „Dorf der Witwen“ traurige Berühmtheit. Der Mord an den Ehemännern gehörte zum System der franquistischen Unterdrückung. Mittlerweile verfügt der Sartaguda über eine zentrale Gedenkstätte. Warum das immer noch keine Selbstverständlichkeit ist, erzählen uns Zeitzeugen und engagierte Bürger.

10. Tag: Agur, Euskal Herria!

Nach dem letzten gemeinsamen Frühstück bringt uns unser Reiseleiter zum Flughafen in Bilbo. Die Rückfahrt dauert ca. zwei Stunden. Dann heißt es: Agur, Euskal Herria (Auf Wiedersehen, Baskenland).

Anmerkung:

Das Baskenland ist eine Gegend, in der die Berge ins Meer fallen. Steigungen und Neigungen charakterisieren die grüne Landschaft. Die Farbe verdankt Euskal Herria dem Regen, der nicht so ganz dem zentraleuropäischen „Spanienbild“ entspricht.

Fragen & Antworten:

Wie lang sind die Wegstrecken?

In den Städten laufen wir den Tage über ca. 13000 Schritte. Die Wegstrecken in Bilbo, Elgeta und Iparralde sind etwa 8 km lang. Die Wege sind teilweise nicht asphaltiert.

Welches Schuhwerk und welche Kleidung brauche ich?

Für die Wanderstrecken sind keine Bergstiefel nötig, Trekkingschuhe o.ä. reichen aus. Sie müssen wasserdicht und schlammfest sein.

Die Wanderungen finden auch bei Regen statt: Regenhose und -jacke könnten sinnvoller als ein Regenschirm sein.

Ist ein Besuch des Guggenheim-Museums eingeplant?

Bei dieser Reise ist keine Zeit zur freien Verwendung, d.h. für den Museumsbesuch eingeplant. Unter Umständen und nach Rücksprache mit dem Reiseleiter könnte dafür der Samstagnachmittag genutzt werden.

Das Programm ist vorläufig (Stand: Ende Oktober 2025). Änderungen vorbehalten.

Reste der Küstenfestung am Hafen von Bilbo
Reste der Küstenfestung am Hafen von Bilbo
Vergangeheit und Gegenwart - Reste des Verteidigungsrings um Bilbo
Vergangeheit und Gegenwart – Reste des Verteidigungsrings um Bilbo
"Guernica" Gernikara fordert die Überführung des Bildes von Pablo Picasso nach Gernika
„Guernica“ nach Gernika
Wandmalerei des berühmten Bildes von Pablo Picasso in Gernika (Mai 2016). Pablo Picasso malte das Bild als Antwort auf die Zerstörung der Stadt am 26. April 1937. Das Original befindet sich in Madrid. „Guernica Gernikara“ fordert die Überführung des Originals nach Gernika.
Werk des Bildhauers Eduardo Chillida in Gernika
Gure aitaren etxea (Das Haus unserer Väter): Skulptur des Bildhauers Eduardo Chillida in Gernika